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Die häufigsten Hundekrankheiten
Ratgeber

Die häufigsten Hundekrankheiten: Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Ein umfassender Ratgeber für verantwortungsbewusste Hundehalter
Hunde begleiten uns oft über viele Jahre und werden zu festen Familienmitgliedern. Damit sie möglichst lange gesund und aktiv bleiben, ist es wichtig, typische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Viele Krankheiten lassen sich bei rechtzeitiger Diagnose erfolgreich behandeln oder sogar verhindern.
In diesem Artikel schreibe ich euch, welche Hundekrankheiten besonders häufig auftreten, welche Warnsignale ihr kennen sollt und wie du die Gesundheit deines Vierbeiners langfristig fördern kannst.
Warum die Früherkennung so wichtig ist
Hunde zeigen Schmerzen und Krankheiten häufig erst, wenn sie bereits fortgeschritten sind. In freier Wildbahn wäre Schwäche ein Nachteil – deshalb verbergen Hunde Beschwerden oft erstaunlich gut.
Achte deshalb auf Veränderungen wie:
weniger Aktivität
Appetitverlust
häufiges Kratzen
Lahmheit
verändertes Trinkverhalten
Erbrechen oder Durchfall
Gewichtsverlust
ungewöhnlichen Mundgeruch
Husten oder Atemprobleme
Je früher ein Tierarzt die Ursache untersucht, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
1. Zahn- und Zahnfleisch-erkrankungen
Eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt
Bereits mehr als 80 % aller Hunde über drei Jahren entwickeln Zahnprobleme. Meist beginnt alles mit Zahnbelag, der sich zu Zahnstein entwickelt.
Ursachen
mangelnde Zahnpflege
weiches Futter
genetische Veranlagung
kleine Hunderassen besonders betroffen
Symptome
Mundgeruch
Zahnstein
Zahnfleischbluten
Schwierigkeiten beim Kauen
Futter wird fallen gelassen
Speicheln
Behandlung
professionelle Zahnreinigung
Entfernung lockerer Zähne
Antibiotika bei Entzündungen
regelmäßige Zahnpflege zuhause
Vorbeugung
tägliches Zähneputzen
Zahnpflege-Kauartikel
regelmäßige Zahnkontrollen
2. Ohrenentzündungen (Otitis)
Vor allem Hunde mit Hängeohren leiden häufig unter Entzündungen.
Ursachen
Bakterien
Hefepilze
Allergien
Ohrmilben
Fremdkörper
Feuchtigkeit
Symptome
häufiges Kopfschütteln
Kratzen am Ohr
unangenehmer Geruch
Rötungen
braunes oder gelbes Sekret
Schmerzen
Behandlung
Der Tierarzt reinigt das Ohr und verschreibt je nach Ursache:
antibiotische Ohrentropfen
Antimykotika
entzündungshemmende Medikamente
Vorbeugung
Ohren regelmäßig kontrollieren
nach dem Baden gut trocknen
keine Wattestäbchen verwenden
3. Allergien
Allergien nehmen bei Hunden kontinuierlich zu.
Häufige Allergieformen
Futtermittelallergie
Auslöser:
Rind
Huhn
Milchprodukte
Getreide (seltener als oft angenommen)
Umweltallergie (Atopie)
Auslöser:
Pollen
Hausstaubmilben
Schimmelpilze
Gräser
Flohspeichelallergie
Bereits ein Flohbiss kann starken Juckreiz verursachen.
Symptome
starker Juckreiz
Lecken der Pfoten
Ohrenentzündungen
Hautrötungen
Haarausfall
Behandlung
Allergietests
Eliminationsdiät
Medikamente gegen Juckreiz
Hyposensibilisierung
konsequente Flohprophylaxe
4. Magen-Darm-Erkrankungen
Fast jeder Hund leidet irgendwann an Durchfall oder Erbrechen.
Ursachen
Futterumstellung
verdorbenes Futter
Parasiten
Viren
Bakterien
Fremdkörper
Stress
Symptome
Durchfall
Erbrechen
Appetitlosigkeit
Bauchschmerzen
Fieber
Wann zum Tierarzt?
Sofort bei:
blutigem Durchfall
anhaltendem Erbrechen
Welpen
Apathie
Verdacht auf Fremdkörper
5. Arthrose
Eine chronische Gelenkerkrankung, die besonders ältere Hunde betrifft.
Ursachen
Alter
Übergewicht
Fehlstellungen
Verletzungen
Hüftdysplasie
Symptome
Steifheit
Lahmheit
Schwierigkeiten beim Aufstehen
Treppen werden gemieden
geringere Spielfreude
Behandlung
Schmerzmittel
Physiotherapie
Gewichtsreduktion
Nahrungsergänzung nach tierärztlicher Empfehlung
moderates Training
6. Hüftdysplasie (HD)
Eine erblich bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenks.
Besonders betroffen sind:
große Hunderassen
schnell wachsende Hunde
Symptome
"Hasenhoppeln"
Schmerzen
Lahmheit
Muskelabbau
Behandlung
Je nach Schwere:
Physiotherapie
Schmerztherapie
Operation
7. Diabetes mellitus
Auch Hunde können Diabetes entwickeln.
Symptome
starker Durst
häufiges Wasserlassen
Gewichtsverlust
großer Appetit
Müdigkeit
Behandlung
tägliche Insulininjektionen
angepasstes Futter
regelmäßige Blutzuckerkontrollen
8. Herzerkrankungen
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko.
Symptome
Husten
schnelle Ermüdung
Atemnot
Leistungsabfall
Ohnmachtsanfälle
Diagnose
Abhören
Ultraschall
Röntgen
EKG
Behandlung
Meist lebenslange Medikamente.
9. Krebs
Tumorerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen älterer Hunde.
Warnzeichen
Knoten
Gewichtsverlust
Blutungen
schlecht heilende Wunden
Appetitverlust
Behandlung
Je nach Tumor:
Operation
Chemotherapie
Bestrahlung
Immuntherapie
Schmerzmanagement
Je früher Tumore entdeckt werden, desto besser sind die Heilungschancen.
10. Hauterkrankungen
Die Haut ist das größte Organ des Hundes.
Häufige Ursachen
Allergien
Parasiten
Pilze
Bakterien
hormonelle Erkrankungen
Symptome
Schuppen
Juckreiz
Krusten
Rötungen
Haarausfall
11. Harnwegsinfektionen
Besonders häufig bei älteren Hündinnen.
Symptome
häufiges Wasserlassen
Blut im Urin
Schmerzen beim Urinieren
Unsauberkeit
Behandlung
Urinuntersuchung
Antibiotika bei bakteriellen Infektionen
ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
12. Parasiten
Äußere Parasiten
Flöhe
Zecken
Milben
Innere Parasiten
Spulwürmer
Hakenwürmer
Bandwürmer
Giardien
Symptome
Durchfall
Gewichtsverlust
Juckreiz
stumpfes Fell
Vorbeugung
regelmäßige Entwurmung nach tierärztlicher Empfehlung
Zeckenprophylaxe
Flohschutz
13. Übergewicht
Jeder vierte bis dritte Hund gilt als übergewichtig.
Folgen
Diabetes
Arthrose
Herzprobleme
kürzere Lebenserwartung
Vorbeugung
ausgewogene Ernährung
ausreichend Bewegung
regelmäßige Gewichtskontrolle
14. Nierenerkrankungen
Vor allem ältere Hunde sind betroffen.
Symptome
viel Trinken
häufiges Wasserlassen
Gewichtsverlust
Appetitlosigkeit
Erbrechen
Früh erkannt kann das Fortschreiten häufig verlangsamt werden.
15. Lebererkrankungen
Die Leber erfüllt zahlreiche lebenswichtige Aufgaben.
Symptome
Müdigkeit
Erbrechen
Durchfall
Gelbsucht
Gewichtsverlust
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache und umfasst häufig Medikamente sowie eine angepasste Ernährung.
So halten Sie Ihren Hund gesund
Die beste Medizin ist Vorbeugung.
Dazu gehören:
hochwertiges, bedarfsgerechtes Futter *Beratung bei den MaulHelden*
tägliche Bewegung
Zahnpflege
Parasitenprophylaxe
Impfungen nach tierärztlicher Empfehlung
regelmäßige Gesundheitschecks
Gewichtskontrolle
geistige Auslastung
ausreichend frisches Wasser
frühzeitige tierärztliche Abklärung bei Auffälligkeiten
Wann sollten Sie sofort zum Tierarzt?
Suche umgehend tierärztliche Hilfe auf, wenn dein Hund:
Atemnot hat,
wiederholt oder unstillbar erbricht,
blutigen Durchfall zeigt,
einen aufgeblähten, schmerzhaften Bauch entwickelt,
Krampfanfälle erleidet,
bewusstlos oder stark apathisch wirkt,
Gift aufgenommen haben könnte,
einen Hitzschlag oder schwere Verletzungen erlitten hat,
nicht urinieren kann oder starke Schmerzen zeigt.
Diese Symptome können auf lebensbedrohliche Notfälle hinweisen.
Fazit
Viele der häufigsten Hundekrankheiten entwickeln sich schleichend und bleiben zunächst unbemerkt. Ein wachsames Auge für Veränderungen im Verhalten, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung sowie Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt tragen entscheidend dazu bei, Erkrankungen früh zu erkennen und die Lebensqualität deines Hundes zu erhalten.
Ein gesunder Hund profitiert nicht nur von guter medizinischer Versorgung, sondern auch von einem liebevollen Alltag mit ausreichend Beschäftigung, Pflege und Aufmerksamkeit. Wer Warnsignale ernst nimmt und präventiv handelt, schafft die besten Voraussetzungen für ein langes, aktives und glückliches Hundeleben.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Krankheitssymptomen oder Unsicherheiten solltet Ihr euren Hund stets von einer Tierärztin oder einem Tierarzt untersuchen lassen.