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Leinenführigkeit (Kurs)
Lockere Leine in der Gruppe – entspannt gehen, auch wenn ringsum etwas los ist.
Hund im Herbst und Winter: Fellpflege, Fütterung und Tipps
Gesundheit

🍂🐾 Herbst und Winter mit Hund – was sich jetzt ändert und worauf du achten solltest
Kürzere Tage, kalte Pfoten, dichteres Fell und ein veränderter Alltag: So kommt dein Hund gesund und entspannt durch die kalte Jahreszeit.
Der Sommer verabschiedet sich, die Tage werden kürzer und draußen wird es zunehmend ungemütlich. Während wir unsere dicken Jacken aus dem Schrank holen, verändert sich auch für unsere Hunde einiges.
Doch Hand aufs Herz: Machst du dir eigentlich Gedanken darüber, was der Herbst und Winter für deinen Hund bedeuten? Oder gehst du davon aus, dass dein Hund schon irgendwie mit den sinkenden Temperaturen klarkommt, schließlich hat er ja Fell?
Genau hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn die kalte Jahreszeit bringt nicht nur Veränderungen bei Temperatur und Wetter mit sich. Auch Bewegung, Tageslicht, Fellpflege, Pfotenpflege und der gemeinsame Trainingsalltag verdienen jetzt unsere Aufmerksamkeit.
Bei MaulHelden schauen wir nicht nur darauf, was dein Hund können soll. Wir schauen auch darauf, was er braucht, damit er sich wohlfühlt und ihr als Mensch-Hund-Team gut durch die dunkle Jahreszeit kommt.
Schauen wir uns die wichtigsten Punkte einmal genauer an!
1. Kürzere Tage: Wenn Spaziergänge plötzlich im Dunkeln stattfinden
Im Sommer können wir nach Feierabend noch bei Tageslicht eine ausgedehnte Runde drehen. Im Herbst und Winter sieht das oft anders aus.
Viele Hundehalter gehen morgens im Dunkeln aus dem Haus und kommen abends erst wieder bei Dunkelheit zum Spaziergang. Das verändert nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Bedingungen, unter denen wir mit unseren Hunden unterwegs sind.
Sehen und gesehen werden
Wenn die Sicht schlechter wird, steigt das Risiko, dass andere Verkehrsteilnehmer dich und deinen Hund zu spät erkennen.
Deshalb solltest du bei Spaziergängen im Dunkeln auf Folgendes achten:
Reflektierende Ausrüstung: Reflektoren an Geschirr, Halsband oder Leine helfen dabei, dass dein Hund früher erkannt wird.
Leuchthalsband oder Sicherheitslicht: Eine zusätzliche Lichtquelle kann die Sichtbarkeit verbessern. Achte darauf, dass sie sicher befestigt ist und deinen Hund nicht blendet oder stresst.
Reflektierende Kleidung für dich: Auch du solltest für Autofahrer, Radfahrer und andere Spaziergänger gut sichtbar sein.
Vorausschauende Routenplanung: Wähle möglichst Wege, auf denen ihr nicht unmittelbar neben stark befahrenen Straßen laufen müsst.
Leinenmanagement: In schlecht einsehbaren Bereichen ist es sinnvoll, deinen Hund näher bei dir zu führen.
Gerade bei dunklem Fell kann ein Hund in der Dämmerung schnell mit seiner Umgebung verschmelzen.
Und nein, dein Hund muss nicht erst auf der Straße stehen, bevor wir über Sichtbarkeit nachdenken. Sicherheit beginnt vorher.
Verändert sich die Orientierung deines Hundes?
Hunde nehmen ihre Umwelt anders wahr als wir Menschen. Sie nutzen neben ihren Augen auch ihren Geruchssinn und ihr Gehör, um Informationen zu sammeln.
Trotzdem können Dunkelheit, Schatten, ungewohnte Geräusche oder plötzlich auftauchende Gegenstände manche Hunde verunsichern.
Ein Hund, der tagsüber entspannt an einem parkenden Auto vorbeigeht, kann sich nachts vor einem Gegenstand erschrecken, der im Dunkeln plötzlich ganz anders aussieht.
Was kannst du tun?
Gib deinem Hund Zeit, neue Situationen wahrzunehmen.
Zwinge ihn nicht, sich einem gruseligen Gegenstand sofort zu nähern.
Halte ausreichend Abstand, wenn er unsicher wird.
Belohne freiwilliges Erkunden und ruhiges Beobachten.
Wähle zunächst bekannte Wege, wenn dein Hund bei Dunkelheit Schwierigkeiten hat.
Besonders bei unsicheren Hunden ist es wichtig, die Anforderungen anzupassen.
Ein Spaziergang muss schließlich keine Mutprobe sein.
Weniger Tageslicht bedeutet nicht automatisch weniger Beschäftigung
Wenn lange Spaziergänge im Dunkeln für dich und deinen Hund schwieriger werden, kannst du eure gemeinsame Zeit anders gestalten.
Wie wäre es mit einer kleinen Suchaufgabe im Laub, einer Geruchsunterscheidung oder einer ruhigen Übung zur Orientierung an dir?
Auch kurze Trainingseinheiten können sinnvoll sein.
Dabei gilt: Nicht jeder Hund braucht bei schlechtem Wetter ein umfangreiches Beschäftigungsprogramm. Manchmal ist ein entspannter Spaziergang mit ausreichend Zeit zum Schnüffeln genau das Richtige.
MaulHelden-Tipp: Passe nicht nur die Dauer eurer Spaziergänge an, sondern auch deren Qualität. Zehn Minuten konzentriertes, entspanntes Erkunden können wertvoller sein als eine halbe Stunde, in der dein Hund nur neben dir herlaufen muss.
2. Verändert sich der Stoffwechsel im Herbst und Winter?
Hier müssen wir etwas genauer hinschauen.
Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass Hunde im Winter automatisch mehr Futter benötigen, weil sie bei Kälte mehr Energie verbrauchen.
Das kann stimmen – muss es aber nicht.
Wie hoch der Energiebedarf eines Hundes ist, hängt unter anderem von seiner Körpergröße, seinem Alter, seinem Gesundheitszustand, seinem Fell, seiner Haltung und seiner tatsächlichen Aktivität ab.
Ein Hund, der bei Wind und Wetter stundenlang draußen unterwegs ist, hat andere Bedürfnisse als ein Hund, der überwiegend in einer beheizten Wohnung lebt und seine Spaziergänge gemütlich gestaltet.
Braucht mein Hund im Winter mehr Futter?
Nicht grundsätzlich.
Hunde, die bei niedrigen Temperaturen viel Zeit im Freien verbringen, können einen erhöhten Energiebedarf haben. Besonders bei Hunden mit wenig isolierendem Fell, sehr schlanken Hunden oder Tieren, die dauerhaft bei Kälte arbeiten, kann das relevant sein.
Ein normal aktiver Familienhund, der die meiste Zeit im warmen Zuhause verbringt, benötigt dagegen nicht automatisch mehr Futter.
Hinzu kommt: Wenn die Spaziergänge kürzer werden und dein Hund sich insgesamt weniger bewegt, kann sein Energieverbrauch sogar sinken.
Wird dann zusätzlich mehr gefüttert, können die Pfunde schneller auf den Rippen landen, als uns lieb ist.
Und wir wissen alle: Ein paar zusätzliche Leckerchen hier, ein Kauartikel dort und schon sieht der Hund im Frühjahr ein wenig anders aus als im Herbst.
So erkennst du, ob die Futtermenge noch passt
Beobachte deinen Hund regelmäßig.
Achte dabei besonders auf:
Die Taille: Von oben betrachtet sollte bei vielen Hunden eine Taille erkennbar sein.
Die Rippen: Sie sollten sich bei normaler Körperkondition mit leichtem Druck ertasten lassen.
Das Gewicht: Regelmäßiges Wiegen kann helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Die Aktivität: Hat sich die Bewegung deines Hundes deutlich verändert?
Den Allgemeinzustand: Wirkt dein Hund ungewöhnlich müde, schlapp oder verändert sich sein Fressverhalten?
Beachte, dass die ideale Körperform je nach Rasse und Körperbau unterschiedlich ausfallen kann.
Wenn dein Hund deutlich zu- oder abnimmt, obwohl du die Fütterung nicht verändert hast, solltest du mögliche gesundheitliche Ursachen tierärztlich abklären lassen.
Wird der Stoffwechsel durch die Jahreszeit grundsätzlich langsamer?
Nicht in dem Sinne, dass bei jedem Hund im Herbst automatisch ein saisonaler Stoffwechselwechsel einsetzt, der eine andere Fütterung erforderlich macht.
Der Energiebedarf kann sich verändern. Daraus folgt aber nicht, dass du bei jedem Hund den Futterplan zum Winterbeginn anpassen musst.
Entscheidend sind die individuellen Bedürfnisse deines Hundes und nicht allein die Jahreszeit.
MaulHelden-Tipp: Passe die Futtermenge an den tatsächlichen Bedarf an – nicht an die Vermutung, dass jeder Hund im Winter mehr Energie braucht.
3. Fellwechsel und Fellpflege: Mehr als nur Haare auf dem Sofa
Der Herbst ist für viele Hunde die Zeit des Fellwechsels.
Das Sommerfell wird teilweise durch ein dichteres Winterfell ersetzt. Wie stark dieser Wechsel ausfällt, hängt unter anderem von Rasse, Felltyp, Haltung und individuellen Faktoren ab.
Hunde, die überwiegend in beheizten Räumen leben, können beispielsweise einen weniger ausgeprägten saisonalen Fellwechsel zeigen als Hunde, die viel Zeit draußen verbringen.
Und natürlich gibt es auch Hunde, deren Fell sich kaum anfühlt, als würde es jemals aufhören, Haare zu verlieren.
Warum ist regelmäßiges Bürsten jetzt besonders wichtig?
Während des Fellwechsels können abgestorbene Haare im Fell hängen bleiben. Bei manchen Felltypen bilden sich dadurch schneller Verfilzungen.
Regelmäßige, auf den jeweiligen Felltyp abgestimmte Pflege kann helfen, lose Haare zu entfernen und Hautprobleme frühzeitig zu erkennen.
Dabei solltest du besonders auf folgende Bereiche achten:
Hinter den Ohren
Unter den Achseln
An den Innenseiten der Hinterbeine
An der Brust
Im Bereich des Geschirrs
An der Rute und den Hosen, sofern vorhanden
Gerade dort können sich bei längerem Fell Knoten bilden.
Welches Pflegewerkzeug ist das richtige?
Nicht jede Bürste eignet sich für jeden Hund.
Ein kurzhaariger Hund benötigt eine andere Pflege als ein Hund mit dichter Unterwolle oder langem, seidigem Fell.
Verwende deshalb ein Werkzeug, das zum Felltyp passt und die Haut nicht verletzt.
Besonders wichtig: Bitte nicht einfach mit möglichst viel Kraft durch die Unterwolle arbeiten. Kräftiges Bürsten oder ungeeignete Entfilzungswerkzeuge können die Haut reizen und Schmerzen verursachen.
Wenn dein Hund beim Bürsten ausweicht, knurrt, sich häufig umdreht oder die Berührung nicht zulässt, solltest du genauer hinsehen.
Vielleicht ziept es. Vielleicht ist die Haut empfindlich. Vielleicht hat dein Hund gelernt, dass Fellpflege unangenehm ist.
Fellpflege sollte keine tägliche Diskussion um die Frage sein, wer den längeren Atem hat.
Gewöhne deinen Hund lieber schrittweise an Bürste, Kamm und andere Pflegeutensilien. Kurze Einheiten, angenehme Berührungen und passende Belohnungen können dabei helfen.
Wenn das Fell stark verfilzt ist oder dein Hund Schmerzen zeigt, lass dich von einer qualifizierten Fachperson beraten.
Muss ich meinen Hund im Winter scheren?
Das hängt vom Felltyp ab.
Bei Hunden mit einschichtigem Fell kann ein regelmäßiger Schnitt aus hygienischen oder pflegerischen Gründen sinnvoll sein.
Bei Hunden mit dichter Unterwolle solltest du dagegen besonders vorsichtig sein. Das Deckhaar und die Unterwolle erfüllen wichtige Funktionen beim Schutz vor Witterung und bei der Temperaturregulation.
Einfach alles kurz zu scheren, ist deshalb nicht automatisch eine gute Idee.
Bei stark verfilztem Fell, Hautproblemen oder besonderen Fellstrukturen ist eine individuelle Beratung durch eine qualifizierte Hundefriseurin oder einen qualifizierten Hundefriseur sinnvoll.
Baden im Herbst und Winter?
Natürlich darf ein Hund auch in der kalten Jahreszeit gebadet werden, wenn es notwendig ist.
Wichtig ist allerdings, dass du ihn anschließend gründlich abtrocknest und darauf achtest, dass er nicht ausgekühlt nach draußen geht.
Bei dichtem Fell kann die Unterwolle deutlich länger feucht bleiben, als es auf den ersten Blick aussieht.
Ein kurzer Blick auf das Deckhaar reicht deshalb nicht immer aus.
4. Kalte Pfoten, Streusalz und Matsch: Pfotenpflege nicht vergessen
Im Herbst und Winter müssen die Pfoten einiges aushalten.
Nasse Wege, Matsch, Splitt, Eis und Streusalz können die empfindliche Haut an den Pfotenballen reizen.
Manche Hunde reagieren darauf mit vermehrtem Lecken, Belecken der Zehenzwischenräume oder einem veränderten Gangbild.
Was kannst du für die Pfoten tun?
Nach dem Spaziergang:
Kontrolliere die Pfoten auf kleine Steinchen, Pflanzenreste und andere Fremdkörper.
Entferne Matsch und Streusalz bei Bedarf mit lauwarmem Wasser.
Trockne die Pfoten sorgfältig ab, auch zwischen den Zehen.
Kontrolliere die Ballen auf Risse, Rötungen oder Verletzungen.
Achte darauf, ob dein Hund ungewöhnlich häufig an den Pfoten leckt.
Bei langhaarigen Hunden können Haare zwischen den Zehen und Ballen Schnee und Schmutz festhalten. Hier kann eine fachgerechte Kürzung sinnvoll sein.
Bitte schneide nicht unbedacht tief zwischen den Ballen herum. Verletzungen an dieser Stelle können sehr unangenehm sein.
Braucht mein Hund Pfotenbalsam?
Nicht jeder Hund benötigt automatisch einen Pfotenbalsam.
Wenn die Ballen trocken sind oder durch winterliche Bedingungen besonders beansprucht werden, kann ein geeignetes Pflegeprodukt sinnvoll sein.
Es sollte allerdings für Hunde geeignet sein und entsprechend der Anwendungshinweise verwendet werden.
Achte darauf, dass dein Hund den Balsam nicht in größeren Mengen ableckt.
Bei offenen Stellen, deutlichen Rissen, Schwellungen oder anhaltenden Beschwerden reicht Pflege allein nicht aus. Lass die Ursache tierärztlich abklären.
Friert mein Hund an den Pfoten?
Das ist möglich.
Besonders bei starkem Frost, Eis oder längerem Aufenthalt auf kaltem Untergrund können Pfoten belastet werden.
Wenn dein Hund plötzlich stehen bleibt, eine Pfote anhebt, humpelt oder den Spaziergang abbrechen möchte, solltest du ihn nicht einfach weiterziehen.
Kontrolliere die Pfoten und prüfe, ob sich beispielsweise Eis zwischen den Zehen festgesetzt hat.
Hundeschuhe können bei manchen Hunden hilfreich sein, etwa bei empfindlichen Pfoten oder besonderen gesundheitlichen Problemen. Sie sollten aber gut sitzen und schrittweise angewöhnt werden.
5. Frieren Hunde im Winter? Nicht jeder Hund ist gleich gut geschützt
Ein dichter Pelz bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund bei jeder Temperatur problemlos draußen bleiben kann.
Wie gut ein Hund mit Kälte zurechtkommt, hängt von mehreren Faktoren ab:
Fellstruktur und Unterwolle
Körpergröße
Körpergewicht und Körperkondition
Alter
Gesundheitszustand
Gewöhnung an kalte Temperaturen
Wind, Nässe und Dauer des Aufenthalts im Freien
Ein kleiner, kurzhaariger Hund kann schneller auskühlen als ein großer Hund mit dichter Unterwolle.
Welpen, ältere Hunde und Tiere mit bestimmten Erkrankungen können ebenfalls empfindlicher auf Kälte reagieren.
Woran erkennst du, dass deinem Hund kalt ist?
Achte auf mögliche Anzeichen wie:
Zittern
Eine angespannte oder ungewöhnlich gekrümmte Körperhaltung
Häufiges Anheben der Pfoten
Bewegungsunlust
Den Versuch, möglichst schnell nach Hause zu kommen
Ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche
Solche Anzeichen müssen nicht immer durch Kälte verursacht werden. Sie sollten aber ernst genommen werden.
Wenn dein Hund zittert oder deutlich friert, solltest du den Spaziergang verkürzen und ihn an einen warmen, geschützten Ort bringen.
Bei ausgeprägter Schwäche, Koordinationsproblemen oder Bewusstseinsveränderungen ist sofort tierärztliche Hilfe erforderlich.
Wann ist ein Hundemantel sinnvoll?
Ein Mantel ist kein modisches Accessoire, das jeder Hund braucht.
Für manche Hunde kann er aber einen echten Nutzen haben.
Dazu gehören beispielsweise:
Hunde mit sehr kurzem Fell und wenig Unterwolle
Kleine, schlanke Hunde
Ältere Hunde
Hunde mit bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen
Hunde, die bei kaltem Wetter schnell auskühlen
Der Mantel sollte gut sitzen, die Bewegung nicht einschränken und trocken gehalten werden.
Ein Mantel ersetzt allerdings keine angepasste Spaziergangsdauer und keinen Schutz vor extremen Wetterbedingungen.
Bei MaulHelden gilt: Wir beurteilen den Hund, der vor uns steht – nicht nur das Fell, das er trägt.
6. Weniger Bewegung im Winter? Vorsicht vor dem Sofa-Effekt!
Wenn es draußen kalt, nass und dunkel ist, fällt es uns manchmal schwer, uns zum Spaziergang aufzuraffen.
Das ist verständlich.
Doch wenn aus einer ausgedehnten Runde plötzlich nur noch eine kurze Pinkelpause wird, kann sich der Alltag deines Hundes deutlich verändern.
Weniger Bewegung kann dazu beitragen, dass dein Hund an Gewicht zunimmt. Gleichzeitig fehlen ihm möglicherweise Gelegenheiten, seine Umwelt zu erkunden und sich mit interessanten Reizen auseinanderzusetzen.
Allerdings bedeutet das nicht, dass jeder Hund täglich möglichst lange laufen muss.
Entscheidend ist, dass Bewegung und Beschäftigung zu seinem Alter, seiner Gesundheit und seinen individuellen Bedürfnissen passen.
Was tun, wenn das Wetter wirklich ungemütlich ist?
Du kannst Spaziergänge mit kleinen Beschäftigungseinheiten ergänzen.
Hier ein paar Ideen:
1. Futtersuche
Verstecke einige Futterstücke an geeigneten Stellen und lass deinen Hund danach suchen.
Beginne einfach und steigere die Schwierigkeit nur, wenn dein Hund Spaß daran hat.
2. Gegenstände unterscheiden
Dein Hund lernt, einen bestimmten Gegenstand zu suchen oder dir zu zeigen.
Das eignet sich besonders gut für Hunde, die gerne mit der Nase arbeiten.
3. Kleine Trickeinheiten
Übe beispielsweise das Berühren deiner Hand mit der Nase, das Umrunden eines Gegenstands oder das gezielte Aufsuchen einer Matte.
Kurze Einheiten reichen häufig aus.
4. Ruhe trainieren
Nicht jede Beschäftigung muss den Hund körperlich oder geistig auf Touren bringen.
Auch das entspannte Liegen auf einer Decke, während im Hintergrund etwas passiert, kann eine sinnvolle Alltagserfahrung sein.
5. Bekannte Übungen festigen
Nutze die ruhigeren Tage, um bereits bekannte Signale unter kontrollierten Bedingungen zu üben.
Das kann beispielsweise das Warten, die Orientierung an dir oder ein sicherer Abruf an der Schleppleine sein.
Aber Achtung: Beschäftigung ist kein Ersatz für alles
Nasenarbeit und Tricktraining können Spaziergänge sinnvoll ergänzen.
Sie ersetzen aber nicht grundsätzlich die Möglichkeit, sich zu bewegen, die Umwelt zu erkunden und Sozialkontakte zu erleben, sofern diese zum individuellen Hund passen.
Die richtige Mischung macht's.
Und manchmal darf ein Spaziergang auch einfach nur ein Spaziergang sein.
Ohne Trainingsplan. Ohne Leistungsdruck. Ohne die Erwartung, dass dein Hund nach jeder Runde ein neues Kunststück beherrschen muss.
7. Der Herbst ist keine Einladung zum Dauerbespaßen
Wenn die Spaziergänge kürzer werden, bekommen manche Hundehalter ein schlechtes Gewissen.
Sie haben das Gefühl, ihren Hund nun ständig anderweitig beschäftigen zu müssen.
Doch genau hier lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten.
Ein Hund braucht nicht rund um die Uhr Unterhaltung. Er braucht einen passenden Wechsel aus Aktivität, Erkundung, sozialen Erfahrungen und Ruhe.
Wenn du deinen Hund an einem regnerischen Tag mit Suchspielen, Tricks und anspruchsvollen Aufgaben beschäftigst, kann das wunderbar sein.
Wenn du daraus aber ein tägliches Pflichtprogramm machst, obwohl dein Hund eigentlich müde ist, kann das Gegenteil des gewünschten Effekts eintreten.
Beobachte deshalb, wie dein Hund auf die Beschäftigung reagiert.
Kann er anschließend gut entspannen?
Oder läuft er weiterhin unruhig durch die Wohnung, fordert ständig neue Aktivitäten ein und findet kaum zur Ruhe?
Nicht jedes unruhige Verhalten bedeutet, dass dein Hund zu wenig ausgelastet ist. Auch Stress, Schmerzen, erlernte Erwartungen oder andere Faktoren können eine Rolle spielen.
Es lohnt sich deshalb, nicht nur auf die Dauer der Beschäftigung zu schauen, sondern auch auf ihre Wirkung.
Bei MaulHelden geht es nicht darum, Hunde möglichst müde zu machen.
Es geht darum, Mensch und Hund dabei zu unterstützen, einen Alltag zu gestalten, der zu beiden passt.
8. Dunkelheit und Wild: Im Herbst wird der sichere Abruf besonders wichtig
Der Herbst ist für viele Hundehalter eine anspruchsvolle Zeit, weil sich die Bedingungen im Gelände verändern.
Wildtiere sind weiterhin unterwegs, die Sichtverhältnisse können schlechter sein und Bewegungen lassen sich zwischen Bäumen, Büschen und hohem Bewuchs nicht immer gut erkennen.
Ein Hund, der plötzlich eine Spur aufnimmt oder Wild entdeckt, kann innerhalb weniger Sekunden außer Sicht geraten.
Deshalb lohnt es sich, gerade jetzt das Thema Rückruf und Management wieder in den Blick zu nehmen.
Was bedeutet das für euren Spaziergang?
Lass deinen Hund in unübersichtlichen Gebieten nicht ungesichert laufen, wenn sein Rückruf noch nicht zuverlässig funktioniert.
Nutze eine geeignete Schleppleine, sofern sie zur Situation passt, und sichere sie am dafür vorgesehenen Geschirr.
Achte auf Wildwechsel, frische Spuren und Veränderungen im Verhalten deines Hundes.
Übe den Rückruf zunächst unter kontrollierten Bedingungen.
Belohne deinen Hund für die Orientierung an dir und für das freiwillige Zurückkommen.
Wichtig ist dabei, realistisch zu bleiben.
Auch ein gut trainierter Hund kann in bestimmten Situationen Schwierigkeiten haben, auf ein Signal zu reagieren. Ein Rückruf ist keine Garantie dafür, dass dein Hund unter allen Umständen sofort zurückkommt.
Deshalb gehören Training und Management zusammen.
Und wenn dein Hund bereits auf einer Spur ist?
Dann geht es nicht darum, möglichst laut zu rufen und darauf zu hoffen, dass dein Hund schon umkehrt.
Entscheidend ist, solche Situationen möglichst früh zu erkennen und zu verhindern, dass dein Hund überhaupt unkontrolliert ins Hetzen gerät.
Wenn du weißt, dass dein Hund stark auf Wild reagiert, solltest du die Sicherung entsprechend anpassen.
Ein gut aufgebautes Anti-Jagd-Training hilft dir dabei, die Orientierung an dir zu fördern und alternative Verhaltensweisen zu trainieren.
Die Leine ist dabei eine Sicherungsmaßnahme – niemals ein Werkzeug für Gewalt.
Du möchtest mit deinem Hund auch im Herbst entspannt unterwegs sein? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, den Trainingsstand zu überprüfen und mögliche Schwachstellen gezielt anzugehen.
9. Fell, Haut und Feuchtigkeit: Wann solltest du genauer hinsehen?
Im Herbst verbringen viele Hunde einen größeren Teil ihrer Spaziergänge im Regen, auf feuchtem Untergrund oder im matschigen Gelände.
Das ist grundsätzlich kein Problem, kann aber bei manchen Hunden dazu führen, dass Fell und Haut länger feucht bleiben.
Besonders bei Hunden mit dichter Unterwolle oder langem Fell solltest du deshalb auf eine sorgfältige Trocknung achten.
Diese Bereiche verdienen besondere Aufmerksamkeit
Bauch und Brust
Achseln
Pfoten und Zehenzwischenräume
Ohren, soweit sie durch Nässe oder Schmutz belastet werden
Hautfalten bei entsprechend gebauten Hunden
Wenn dein Hund nach einem Spaziergang nass ist, trockne ihn mit einem Handtuch ab.
Bei Bedarf kann ein geeigneter Föhn auf niedriger, angenehm temperierter Stufe helfen. Halte ausreichend Abstand und achte darauf, dass dein Hund die Geräusche und den Luftstrom toleriert.
Was ist nicht mehr normal?
Wenn dein Hund sich auffällig häufig kratzt, ständig an bestimmten Stellen leckt, unangenehm riecht oder gerötete Haut zeigt, solltest du das nicht einfach auf den Fellwechsel oder das Wetter schieben.
Auch Parasiten, Allergien, Hautinfektionen oder andere Erkrankungen können dahinterstecken.
Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden ist eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll.
Und noch etwas: Mehr Pflegeprodukte bedeuten nicht automatisch bessere Pflege.
Eine auf den Hund abgestimmte Fellpflege ist in vielen Fällen sinnvoller als eine Sammlung vermeintlicher Wundermittel.
10. Herbst und Winter: Jetzt auch an die Gesundheit denken
Die kalte Jahreszeit ist ein guter Anlass, den allgemeinen Gesundheitszustand deines Hundes bewusst im Blick zu behalten.
Dabei geht es nicht darum, jede Veränderung zu einem Problem zu erklären. Es geht darum, Veränderungen frühzeitig zu bemerken.
Kontrolliere regelmäßig:
Gewicht und Körperkondition
Verändert sich das Gewicht, obwohl die Fütterung gleich geblieben ist?
Bewegungsfreude
Läuft dein Hund wie gewohnt oder zeigt er plötzlich weniger Lust an Bewegung?
Gelenke und Bewegungsabläufe
Wirkt er nach Ruhephasen steif, lahmt er oder vermeidet er bestimmte Bewegungen?
Haut und Fell
Fallen ungewöhnlich viele Haare aus? Gibt es kahle Stellen, Schuppen, Rötungen oder Juckreiz?
Pfoten
Sind die Ballen intakt? Gibt es Risse, Schwellungen oder anhaltendes Belecken?
Verhalten
Wirkt dein Hund plötzlich ängstlicher, gereizter, unruhiger oder ungewöhnlich müde?
Natürlich können sich Hunde bei schlechtem Wetter anders verhalten als im Sommer.
Aber eine deutliche oder anhaltende Veränderung sollte nicht automatisch mit der Jahreszeit erklärt werden.
Gerade wenn ein Hund plötzlich weniger laufen möchte, Berührungen meidet oder sich anders verhält, können Schmerzen oder gesundheitliche Probleme dahinterstecken.
Im Zweifel ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.
11. Die Wohnung wird zum Rückzugsort: Braucht dein Hund im Winter mehr Ruhe?
Wenn es draußen ungemütlich wird, verbringen wir Menschen mehr Zeit in der Wohnung. Auch unsere Hunde passen ihren Tagesablauf daran an.
Dabei kann es sinnvoll sein, den Ruhebereich deines Hundes genauer anzuschauen.
Ist sein Liegeplatz zugfrei?
Kann er sich dort ungestört zurückziehen?
Liegt er direkt auf einem kalten Boden?
Ist sein Schlafplatz für seine körperlichen Bedürfnisse geeignet?
Besonders ältere Hunde oder Hunde mit Gelenkproblemen können von einem gut erreichbaren, ausreichend gepolsterten und warmen Liegeplatz profitieren.
Wärme ja, Überhitzung nein
Ein warmer Schlafplatz ist sinnvoll, aber dein Hund sollte auch die Möglichkeit haben, sich an einen kühleren Ort zurückzuziehen.
Das gilt besonders für Hunde, die sich in beheizten Räumen aufhalten und ein dichtes Fell besitzen.
Wenn dein Hund ständig zwischen verschiedenen Liegeplätzen wechselt, kann das schlicht bedeuten, dass er einen für sich angenehmeren Ort sucht.
Beobachte, was ihm guttut.
Ein geregelter Alltag hilft
Die dunkle Jahreszeit muss nicht bedeuten, dass jeder Tag anders abläuft.
Ein einigermaßen verlässlicher Tagesrhythmus mit Spaziergängen, Beschäftigung und Ruhe kann vielen Hunden Orientierung geben.
Dabei muss nicht jede Uhrzeit auf die Minute eingehalten werden.
Es geht vielmehr darum, einen Alltag zu schaffen, in dem dein Hund seine Bedürfnisse ausleben kann und trotzdem ausreichend Ruhe findet.
12. Herbst und Winter sind auch Trainingszeit
Vielleicht denkst du bei Hundetraining vor allem an Frühling und Sommer.
Dabei bieten Herbst und Winter viele Möglichkeiten, an wichtigen Alltagsthemen zu arbeiten.
Natürlich immer angepasst an Wetter, Gesundheit, Trainingsstand und Wohlbefinden deines Hundes.
Das könnt ihr jetzt trainieren
Leinenführigkeit
Auf matschigen Wegen, in der Dämmerung oder bei Begegnungen mit anderen Menschen und Hunden kann eine gute Orientierung an dir besonders hilfreich sein.
Sicherer Abruf
Nutze kontrollierte Situationen, um den Rückruf zu festigen. Bei erhöhtem Wildreiz oder schlechter Sicht ist eine passende Sicherung wichtig.
Entspannung
Trainiere, dass dein Hund auch dann zur Ruhe finden kann, wenn im Alltag etwas passiert.
Kooperation bei der Pflege
Übe schrittweise das Bürsten, Abtrocknen und Kontrollieren der Pfoten.
Orientierung an dir
Belohne deinen Hund, wenn er sich freiwillig zu dir orientiert, Blickkontakt anbietet oder auf ein bekanntes Signal reagiert.
Alltagssicherheit
Trainiere Begegnungen, das Warten an geeigneten Stellen und das ruhige Verhalten in Situationen, die deinen Hund verunsichern können.
Warum wir bei MaulHelden nicht einfach mehr Gehorsam fordern
Wenn dein Hund bei Dunkelheit unsicher ist, hilft es nicht unbedingt, einfach mehr Signale von ihm zu verlangen.
Vielleicht braucht er zunächst Abstand.
Vielleicht muss er die Situation in Ruhe beobachten können.
Vielleicht ist die Umgebung gerade so anspruchsvoll, dass du die Schwierigkeit reduzieren solltest.
Gutes Training bedeutet, die Situation so zu gestalten, dass Lernen überhaupt möglich wird.
Wir wollen nicht, dass dein Hund aus Unsicherheit funktioniert.
Wir möchten, dass er lernt, sich an dir zu orientieren, Vertrauen aufzubauen und angemessene Verhaltensweisen zu zeigen.
Dazu gehört auch, dass du lernst, seine Körpersprache besser zu lesen und Situationen rechtzeitig einzuschätzen.
Denn manchmal ist der wichtigste Trainingsschritt nicht das nächste Signal.
Sondern die Entscheidung, deinem Hund gerade etwas mehr Unterstützung zu geben.
13. Deine MaulHelden-Herbst-Checkliste 🍂🐾
Damit du nicht den Überblick verlierst, habe ich dir die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst.
Bereich | Das solltest du überprüfen |
|---|---|
Sichtbarkeit | Reflektoren, Leuchtmittel und gut sichtbare Kleidung |
Spaziergänge | Routen, Sichtverhältnisse und passende Leinenlänge |
Fütterung | Energiebedarf, Bewegung und Körpergewicht |
Fellpflege | Passende Bürste, Verfilzungen und Hautzustand |
Pfoten | Ballen, Zehenzwischenräume und mögliche Salzrückstände |
Kälteschutz | Friert dein Hund? Ist ein Mantel sinnvoll? |
Bewegung | Ausreichend Aktivität passend zu Alter und Gesundheit |
Beschäftigung | Nasenarbeit, Tricks und sinnvolle Alltagsübungen |
Jagdverhalten | Rückruf, Schleppleine und Wildmanagement |
Gesundheit | Auffälligkeiten bei Haut, Fell, Bewegung oder Verhalten |
Ruhe | Warmer, zugfreier und geeigneter Rückzugsort |
Training | Leinenführigkeit, Orientierung und Entspannung |
Du musst nicht alles auf einmal verändern.
Schau dir lieber an, wo dein Hund tatsächlich Unterstützung braucht.
Ein junger, aktiver Hund mit dichtem Fell hat andere Bedürfnisse als ein älterer, kurzhaariger Hund, der bei Regen am liebsten schon nach drei Minuten wieder auf dem Sofa liegt.
Und genau deshalb gibt es keine pauschale Herbst- und Winterregel, die für jeden Hund gleichermaßen gilt.
Fazit: Nicht der Winter ist das Problem – sondern wenn wir die Bedürfnisse unseres Hundes übersehen
Herbst und Winter bringen Veränderungen mit sich. Die Tage werden kürzer, das Wetter unbeständiger und manche Gewohnheiten müssen angepasst werden.
Doch dein Hund benötigt deshalb nicht automatisch mehr Futter, einen dicken Mantel oder ein tägliches Beschäftigungsprogramm.
Was er braucht, hängt von ihm selbst ab.
Beobachte deinen Hund. Achte auf seine Körpersprache. Passe Spaziergänge und Training an die Bedingungen an. Kümmere dich um Fell und Pfoten und behalte sein Gewicht sowie seinen Gesundheitszustand im Blick.
Und vor allem: Vergleiche deinen Hund nicht ständig mit anderen.
Nur weil der Nachbarshund bei fünf Grad noch fröhlich durch den Regen springt, muss dein Hund das nicht genauso toll finden.
Vielleicht liebt dein Hund Matsch und Regen.
Vielleicht möchte er lieber eine kürzere Runde drehen und anschließend auf seinem warmen Liegeplatz entspannen.
Beides kann völlig in Ordnung sein.
Bei MaulHelden geht es nicht darum, dass dein Hund möglichst viel leisten muss. Es geht darum, dass ihr gemeinsam einen Alltag gestaltet, der zu euch passt.
Denn gutes Hundetraining beginnt nicht erst dann, wenn wir ein Signal geben.
Es beginnt damit, dass wir unseren Hund verstehen, seine Bedürfnisse ernst nehmen und ihm die Unterstützung geben, die er gerade braucht.
Und manchmal bedeutet das im Herbst und Winter ganz einfach: eine gute Jacke, trockene Pfoten, eine passende Portion Futter und ein Mensch, der hinschaut.
Kommt gut durch die kalte Jahreszeit – bleibt neugierig, bleibt fair und bleibt ein Team!
Euer Jürgen von MaulHelden – Hundeschule in Messel und Umgebung 🐾
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